Atomkraft-Laufzeitverlängerung schädigt Stadtwerke

Veröffentlicht am 13.04.2010 in Umwelt

Drei Tage nach den bundesweiten Auftakt-Menschenketten für den Atomausstieg in über 50 Städten ruft der SPD-Landesvorstand zur Beteiligung an der am 24. April geplanten 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel auf. Mit dieser Aktion macht sich die SPD zusammen mit lokalen Umweltinitiativen, kirchlichen Bündnissen und weiteren Parteien für den Atomausstieg stark. Atomenergie hat keine Zukunft, weil sie hohe Risiken birgt. Nach wie vor ist die Endlagerfrage ungeklärt und ein Super-Gau kann zu keiner Zeit ausgeschlossen werden. Aber die derzeit von der Bundesregierung erwogene Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken bis über das Jahr 2022 hinaus ist neben den Sicherheits- und Umweltaspekten auch aus Sicht der Förderung dezentraler und regionaler Energieversorgung abzulehnen.

„Durch die Pläne der Bundesregierung drohen Stadtwerken und unabhängigen Versorgern massive Wettbewerbsnachteile im Energiemarkt“, warnt Victoria Schmid, Mitglied des SPD-Landesvorstandes. Durch die Verlängerung der Restlaufzeiten von Kernkraftwerken würden Marktanteile und die Marktkonzentration im Strommarkt zementiert und mehr Wettbewerb durch kleinere und neue Marktanbieter behindert. Schmid weiter: „Größere Mengen relativ kostengünstig produzierter Atomenergie erschweren zudem Investitionen in moderne und flexible Anlagen von Stadtwerken oder neuen Energieanbietern und blockieren somit dringend notwendige Innovationen.“
 
 

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