Die Atom-Lüge - Zur Behauptung, Atomkraft wäre eine Brückentechnologie

Veröffentlicht am 24.06.2010 in Umwelt

Keines der 17 Atomkraftwerke in Deutschland wird über den vereinbarten Energiekonsens hinaus noch gebraucht. Dies zeigt auch die Studie des Bundesumweltamtes vom März 2008. Die Bundesregierung muss sich an den Atomkonsens halten.

Heute schon könnte ein Großteil der Atomkraftwerke abgeschaltet werden Im Jahre 2008 standen sieben Atomkraftwerke gleichzeitig still und ‚keiner hat es gemerkt‘. Auf weitere drei Atomkraftwerke könnte man verzichten, wenn nicht erhebliche Strommengen ins Ausland verkauft würden und stand-bye-Schaltungen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt wären. Im Bereich der erneuerbaren Energien hat sich in den letzten Jahren schon viel bewegt. Die restlichen sieben Atomkraftwerke könnten so durch einen Energiemix mit erneuerbaren Energien wie Off-Shore-Windparks, Windkraftanlagen, Schwarm-Kraftwerken von Lichtblick und VW, Photovoltaik, Wasserkraft und Biogasanlagen ersetzt werden. Anfang 2009 lag der Energiemix wie folgt: Kohle 43%, Atomenergie 23%, Erneuerbare Energien 15% (Photovoltaik, Wasserkraft, Bioenergie, Windkraft), Erdgas 13 %, Sonstige 6% (Quelle: Strommix in Deutschland BDEW/AGEB Stand 01/2009). Lagerung von hochradioaktivem Atommüll bis heute nicht gelöst Die Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Abfall ist unbefriedigend. Nur mit ‚Verbuddeln und Vergraben‘ des Atommülls – getreu dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn.“ – löst man das Problem der Langzeitsicherheit nicht. Der Herausforderung, Atommüll für eine Million Jahre trocken und gebunden von unserer Umwelt isoliert zu halten, ist man bisher noch nicht gerecht geworden. Es ist unwahrscheinlich, dass ein kompletter gebirgsmechanischer Einschluss von Atommüll über 100.000 bis 1 Million Jahre gelingt. Asse II Rückholung Bei Asse II darf es keine Zeitverzögerungen mehr geben. Die Rückholung des Atommülls muss Priorität haben und ohne Zeitverzug vorangetrieben werden. Die Vollverfüllung mit riesigen Mengen von wässrigen Lösungen (Mg-Chlorid-Lösung) kann nur für den Notfall gelten (nicht mehr zu haltender Laugenzuflusses von mehr als 500.000 Liter/Tag). Gutachten/Prognosen von Asse II waren in der Vergangenheit nur Schönfärbereien, um Kosten zu sparen. Es ging nie um die beste, langfristig sicherste Lösung. Diese Vorgehensweise darf sich nicht noch einmal wiederholen. Jetzt ist ein Eingreifen noch möglich – wenn aber erst Radionuklide in Lösung gegangen sind, wohl nicht mehr. Perspektive? Gefahren, die sich aus der Atomindustrie ergeben, sind in all den Jahren nicht minimiert worden. Im Gegenteil: Mit jedem weiteren Tag, an dem die Atomkraftwerke noch am Netz sind, steigt auch das GAU-Risiko. Ein Reaktordruckbehälter versprödet zunehmend durch die dauerhafte Neutronenbestrahlung – daran ändern auch keine Reparaturen etwas. Hinzu kommt, dass es bis heute für Atomkraftwerke keinen ausreichenden Versicherungsschutz gibt. Zudem sind an allen Standorten von Atomkraftwerken, Atommüll-Zwischenlagern und Atommüll-Endlagern die Lebensqualität stark beschädigt und Grundstücke einer Entwertung ausgesetzt. Bei den Laufzeitverlängerungen geht es letztlich nur um Geld für einige, wenige Konzerne. Die Subventionen für die Atomindustrie belaufen sich mittlerweile auf ca. 220 Milliarden Euro (FÖS-Studie 2009 Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft). Bereits im Auftrag der Bundesregierung unter Dr. Helmut Kohl wurde der tatsächliche Atomstrompreis errechnet: Er lag schon damals bei 4,- DM/KWh! Das ist fast das Dreifache des heute teuersten ‚Ökostroms‘! Es war also bereits damals bekannt, dass Atomkraft volkswirtschaftlich nicht tragbar ist – ein reines Zuschussgeschäft für die Gesellschaft. Die Folgekosten der Atomindustrie können nur gemindert werden, wenn man die Atomkraftwerke so bald wie möglich abschaltet. Andernfalls werden viele folgende Generationen in unverantwortlicher Weise die Belastungen und Folgen der Atomenergienutzung noch zu tragen haben – ungefragt und ohne eine Chance der atomaren Belastung zu entgehen. von Heike Wiegel, stellv. Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Wolfenbüttel

 
 

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