Dr. Karamba Diaby: Wissenschaftsminister Möllring schadet der Hochschullandschaft

Veröffentlicht am 03.09.2013 in Schule und Bildung

Was in der Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung vom 2. September 2013 über die Hochschulen in Sachsen-Anhalt zu lesen war, war für mich sehr besorgniserregend. Ich teile zwar die Auffassung von Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU), dass die Hochschulen besser aufgestellt sein müssen. Ich widerspreche ihm aber entschieden in Bezug auf den von ihm vorgeschlagenen Weg. Denn Herr Möllring hält es, so war es dem MZ-Interview mit ihm zu entnehmen, für selbstverständlich, dass die Verbesserung der Hochschulen nur über die Schließung ganzer Fachbereiche zu erreichen sei.

Wie kann es selbstverständlich sein, dass ein Land ganze Fachbereiche seiner wichtigsten Zukunftseinrichtungen schließen will? Und wie soll das zur Verbesserung der Hochschulen führen? Die Beantwortung dieser Fragen bleibt Herr Möllring schuldig. Ja er schließt eine Antwort darauf sogar rigoros aus mit dem Verweis darauf, dass er so etwas nicht auf dem „Marktplatz“ diskutieren will. Das ist unseriös und nicht fair gegenüber all jenen, die an den Hochschulen in Sachsen-Anhalt arbeiten oder studieren. Herr Möllring setzt so Gerüchte in die Welt, statt die Menschen konkret über seine Ziele zu informieren. Er lässt sie somit im Ungewissen.

Sehr ärgerlich ist, dass Herr Möllring die Schuld an einem möglichen Imageverlust der Hochschulen auf Grund der Kürzungsdiskussion den Menschen in die Schuhe schiebt, die sich in den letzten Monaten diesen Kürzungen zu recht in den Weg gestellt haben. Ich sehe hier eindeutig die Landesregierung in der Verantwortung, die diese Diskussion losgetreten und uneinsichtig fortgesetzt hat. Ja sie hat sich sogar über Beschlüsse der Parteien hinweggesetzt, die diese Regierung stützen. Das ist der falsche Weg, und er schadet nicht mehr nur den Hochschulen, sondern dem ganzen Land.

In einem Punkt möchte ich Herrn Möllring abschließend noch zustimmen: Wir brauchen eine Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen, damit die Länderhaushalte die für die Identität und den Bestand der Bundesländer wichtigen Aufgaben im Bildungsbereich weiter schultern können. Dazu bedarf es unbedingt einer Aufhebung des Kooperationsverbotes. Aber das ist nicht alles: Das Land muss sich auch zu diesem Schwerpunkt bekennen und dem Taten folgen lassen. Hier hat Herr Möllring, der bislang unbeeindruckt die Kürzungsbeschlüsse des Kabinetts umsetzt, noch viel zu tun, um seiner Rolle als Minister der Wissenschaft gerecht zu werden.

 
 

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