Erneuerbare Energien: mehr Kosten als Nutzen? - Ein Beitrag des Umweltbundesamtes

Veröffentlicht am 14.06.2010 in Umwelt

Die erneuerbaren Energien sind die Hoffnungsträger für den Klimaschutz und um Probleme des derzeitigen Energiesystems zu bewältigen. Andererseits kritisieren viele häufig die Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Grundsätzlich bieten sie aber – gemeinsam mit effizienter Umwandlung und Nutzung von Energie – aus heutiger Sicht die einzige Chance, die fossil-atomare Energieerzeugung abzulösen.

Die erneuerbaren Energien sind die Hoffnungsträger für den Klimaschutz und um Probleme des derzeitigen Energiesystems zu bewältigen. Andererseits kritisieren viele häufig die Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Grundsätzlich bieten sie aber – gemeinsam mit effizienter Umwandlung und Nutzung von Energie – aus heutiger Sicht die einzige Chance, die fossil-atomarer Energieerzeugung abzulösen. So ist eine Energiebereitstellung ohne die Emission von Klimagasen nur mit erneuerbaren Energien realisierbar. Unfälle in Atomkraftwerken mit dramatischen und langfristigen Folgen zeigen, dass dies keine vertretbare Alternative ist. Fossile und atomare Ressourcen sind zudem nur begrenzt verfügbar. Über 70 Prozent dieser Rohstoffe stammen aus etwa 20 Ländern weltweit, was auch zu einer beträchtlichen ökonomischen Abhängigkeit der anderen Staaten führt. Die Kritik entzündet sich vor allem an den Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das den Energiesektor in den zehn Jahren seines Bestehens nachhaltig verändert hat. Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch ist im Jahr 2009 auf 16,1 Prozent gestiegen. Vor allem aus Windenergie (40,4 Prozent Anteil), Bioenergie (33,0 Prozent) und Wasserkraft (20,3 Prozent) wurden 93,5 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Damit konnten – als größter Beitrag zum deutschen Klimaschutzziel – knapp 74 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen vermieden werden. Diese Erfolge sind für manche Kritiker zu teuer erkauft. Die Mehrkosten der Stromerzeugung aus Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien gegenüber der Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken betrugen im Jahr 2009 ca. 4,6 Mrd. Euro. Dagegen stehen aber vielfältige volkswirtschaftliche Nutzen des Ausbaus erneuerbarer Energien, die allerdings nicht unmittelbar dem Konsumenten zugute kommen. Zum Beispiel wurden im Jahr 2008 Umweltschäden von rund 5,9 Mrd. Euro vermieden. Diese werden von den fossilen Kraftwerken verursacht, sind im Strompreis aber nicht vollständig enthalten und müssen von der Gesellschaft getragen werden (sogenannte externe Kosten). Die Investitionen für erneuerbare Energien in Deutschland sind im Jahr 2009 um ca. 20 Prozent auf rund 17,7 Mrd. Euro gestiegen. Direkt und indirekt arbeiten etwa 300.000 Beschäftigte in diesem Bereich. Diese Entwicklung ist ein Indiz für die Stabilität der Branche selbst in der Wirtschaftskrise. Deutschland hat damit z.B. im Bereich Windkraft und Photovoltaik eine herausragende Weltmarktstellung errungen. Schließlich ist aber auch absehbar, dass die Mehrkosten erneuerbarer Energien je kWh gegenüber dem fossil-atomaren Energiesystem zukünftig sinken werden. Steigende Rohstoffpreise der konventionellen Energieträger und abnehmende Stromerzeugungskosten aus erneuerbaren Energien werden diese Kostenverhältnisse in den nächsten Jahren tendenziell umkehren. Wir bewerten daher den Ausbau der erneuerbaren Energien im Strombereich positiv - nicht nur im Sinne der nachhaltigen Entwicklung, sondern auch aus ökonomischer Sicht. Die von der Europäischen Union vorgegebenen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien – auch im Bereich Wärme und Verkehr – sollten wir deshalb konsequent verfolgen.

 
 

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