SPD Halle mit Generationswechsel zur Landtagswahl

Veröffentlicht am 15.08.2010 in Wahlen

Am vergangenen Samstag (14.08.2010) hatten 73 Delegierte aus den fünf Ortsvereinen des SPD-Stadtverbandes Halle (Saale) die Wahl. In vier Konferenzen für die Wahlkreise (WK) 36, 37, 38 und 39 galt es die DirektkandidatInnen der halleschen SPD für die Landtagswahl am 20. März 2011 in Sachsen-Anhalt zu wählen. Am Ende eines umfangreichen Abstimmungsprozesses stehen Thomas Felke (WK 36), Katja Pähle (WK 37), Mario Kremling (WK 38) und Burkhard Feißel (WK 39) als DirektkandidatInnen der halleschen Sozialdemokratie fest.

Thomas Felke (47), der seit 1990 Mitglied des Landtages ist, betonte mit Blick auf die weiteren KandidatInnen, dass nun er der ‚alte Hase’ sei. Bislang sei er mit Abstand der jüngste der halleschen Landtagsabgeordneten gewesen. „Ich hätte nichts dagegen, wenn sich das am 20. März 2011 ändert.“ Der gelernte Ingenieur für Bauwesen hob in seiner Bewerbungsrede zudem die erzielten Erfolge und offensichtliche Defizite der ersten Großen Koalition in Sachsen-Anhalt hervor. Auf der einen Seite habe man im von der SPD gewollten Bildungskonvent Ergebnisse festschreiben können, die eine sozialdemokratische Handschrift tragen. Doch nicht immer habe man sich durchsetzen können: „Leider zu oft hat sich die CDU bei unseren Vorhaben quer gestellt oder wir konnten uns nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen“, so Felke weiter. Zum Ersatzkandidaten für Thomas Felke wurde der gelernte Sozialpädagoge Matthias Schmidt (36), derzeit Leiter des Medienkompetenzzentrums der Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt gewählt.

Die Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Katja Pähle (33) wird im Wahlkreis der ehemaligen Sozialministerin Gerlinde Kuppe für die SPD in den Landtagswahlkampf ziehen. Kuppe, die seit 1990 Mitglied des Landtages ist, hatte sich im Frühjahr dieses Jahres dazu entschlossen, 2011 nicht mehr zu kandidieren. In den vergangenen Jahren konnte Katja Pähle als persönliche Referentin im Sozialministerium des Landes zahlreiche Erfahrungen im tagtäglichen politischen Geschäft sammeln. Ganz auf den Spuren ihrer Vorgängerin im Wahlkreis wandelnd sieht auch sie ihren Schwerpunkt im Bereich Gesundheit und Soziales. „Durch mein kontinuierliches Engagement im Feld der Gesundheits- und Sozialpolitik bin ich im Bilde, was schon getan wurde und was wir im sozialdemokratischen Sinne noch anpacken müssen.“ Als stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbandes der Arbeiterwohlfahrt habe sie zudem einen stetigen Einblick darin, wie sich soziales Handeln mit betriebswirtschaftlichem Denken verbinden lasse. Als Ersatzkandidaten für Katja Pähle wählten die Delegierten den Studenten Marcus Schlegelmilch (25).

Im Wahlkreis 38 hat sich der studierte Geograph Mario Kremling (36), derzeit Geschäftsführer des SPD-Landesverbandes, mit 23 von 30 Stimmen gegen seine Mitbewerber Maurice Budávari und Mario Kerzel durchgesetzt. Der Vizepräsident des Landtages, Rüdiger Fikentscher, der zuletzt für den Wahlkreis kandidierte, hatte sich – ebenso wie Gerlinde Kuppe – dazu entschlossen, nicht erneut zu kandidieren. Noch vor der Stimmgabe sicherte er ‚seinem Nachfolger’ seine Unterstützung zu, sofern das gewünscht sei. Zudem erinnerte er daran, dass es mal wieder Zeit sei den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Denn das gelang bislang nur einmal – beim Wahlerfolg 1998. In seiner Bewerbungsrede betonte Mario Kremling vor allem die Bedeutung der großen Städte für das gesamte Land Sachsen-Anhalt. Ihre Rolle, aber vor allem die finanzielle Unterstützung durch das Land müsse nachhaltig gebessert werden. Auch ein von vielen Medien als Sommerloch-Thema verschrienes Projekt der Zukunft wollte er nicht verdammt wissen: „Ich bin überzeugt, dass – wenn auch nicht gleich, sondern in 10-15 Jahren – das Bundesland Mitteldeutschland entstehen kann. Mitteldeutschland kann nur seine Wirkung entfalten, wenn unter anderem der Ballungsraum Halle-Leipzig nicht mehr durch Landesgrenzen eingeschnürt ist. Die Diskussion muss jetzt beginnen.“ Als Ersatzkandidat trat schließlich Maurice Budávari (37) an, Sachbearbeiter in einer Insolvenzverwalterkanzlei, der bei der Abstimmung um die Direktkandidatur unterlag.

Burkhard Feißel (39), derzeit Geschäftsführer der SPD-Stadtratsfraktion, wurde von den Delegierten einstimmig zum Kandidaten für den Wahlkreis 39 bestimmt. Durch seine langjährige Arbeit in der Kommunalpolitik liegen ihm, dem studierten Soziologen, die kommunalen Finanzen am Herzen. „Eine vernünftige Haushaltspolitik ist die Voraussetzung, um die Kommunen zu stärken – im Besonderen die großen Städte. Hier liegt noch Einiges an Überzeugungsarbeit vor uns.“ In der Bildungspolitik habe man zwar Einiges erreicht, aber: „Wir müssen es schaffen, dass mehr junge Menschen im Lande bleiben und hier in Sachsen-Anhalt ihren Lebensmittelpunkt finden“, so Burkhard Feißel, der vor seinem Studium eine Ausbildung in den Leuna-Werken absolvierte. Anschließend wählten die Delegierten Christian Weinert (31), Politikwissenschaftler und Arbeitsvermittler der ARGE, zum Ersatzkandidaten im Wahlkreis 39. Einig waren sich alle Kandidaten darin, dass der Wahlkampf kein Selbstläufer werden wird. „Auch wenn Schwarz-Gelb im Bund kaum etwas richtig macht, so hilft uns das nur bedingt. Wir müssen vor Ort engagiert sein und die Bürgerinnen und Bürger von unseren sozialdemokratischen Ideen überzeugen und durch unser Auftreten als Direktkandidaten in Foren, am Stand und auf der Straße Vertrauen gewinnen“, sagte die Stadtvorsitzende Katja Pähle stellvertretend auch für ihre männlichen Mitbewerber. Die Devise der halleschen Sozialdemokraten muss also schon jetzt lauten: Volle Kraft voraus für die halleschen Direktmandate!

 
 

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