14.03.2019 in Kommunalpolitik

Ratsfraktion: Keine Umsetzung der Stadtratsbeschlüsse zum Haushalt

 

SPD-Fraktion kritisiert Verhalten des Oberbürgermeisters

In der heutigen Beigeordnetenkonferenz gab der Oberbürgermeister durch das Ausreichen einer Verwaltungsvorschrift bekannt, die durch den Stadtrat beschlossenen Änderungen zum Haushalt 2019 vorerst nicht auszuzahlen. Grund sei der Konsolidierungsdruck der auf der Stadt laste.

Johannes Krause, Vorsitzender SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale), widerspricht den Ausführungen des Oberbürgermeisters: „Der Grund der faktisch chronischen Unterdeckung des Haushalts liegt nicht etwa in den Änderungsanträgen der Fraktionen, sondern vielmehr in der mangelnden Zahlungsfähigkeit der aus Investitionskrediten erfolgenden Verpflichtungen. Diese wurden in den letzten Jahren konsequent durch die Verwaltung verschleppt. Die Vorschläge der Fraktionen wurden stets mit Deckungsvorschlägen versehen.“

Weiterhin erklärte Johannes Krause: „Seit sieben Jahren legt der Oberbürgermeister dem Stadtrat nun vermeintlich ausgeglichene Haushaltspläne vor. Seit sieben Jahren verändern die Vorschläge des Rates nichts an der der Planbilanz. Trotzdem ist der Rahmen der Liquiditätskredite in der gleichen Zeit um mehr als 70 Millionen Euro angestiegen. Mit Blick auf diesen Betrag wirkt die Summe der durchweg bilanziell neutralen Änderungsvorschläge der Fraktionen geradezu marginal. Die aktuellen Äußerungen des Oberbürgermeisters sind der Versuch, die prekäre finanzielle Lage, in die er die Stadt in seiner letzten Amtszeit gebracht hat, den ehrenamtlichen Stadträten anzuhängen. Nun sind aber die Schulen, die Empfänger sozialer Leistungen und die Kulturschaffenden die Leidtragenden.“

 

10.03.2019 in Europa

SPD-Stadtvorstand: Koalitionsvertrag einhalten – Art. 13 ablehnen – Keine Uploadfilter in der EU-Urheberrechtsreform

 

Aus Anlass der aktuellen Diskussion um Uploadfilter im Rahmen der EU-Urheberrechtsreform hat der Vorstand des SPD-Stadverbandes in seiner Sitzung am 8. März 2019 das Nachfolgende beschlossen; damit schloss er sich einem entsprechenden Beschluss des SPD-Stadtverbandes Magdeburg an:

Koalitionsvertrag einhalten – Artikel 13 ablehnen – Keine Uploadfilter in der EU-Urheberrechtsreform

  1. Der SPD-Stadtverband Halle spricht sich gegen Artikel 13 der Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt, d. h. die sogenannten Uploadfilter aus.
  2. Der SPD-Stadtverband Halle appelliert an die SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, gegen Artikel 13 in der Richtlinie zu stimmen.
  3. Der SPD-Stadtverband Halle appelliert an die Mitglieder des Parteikonvents, an einen entsprechenden Antrag gegen Artikel 13 auf der Sitzung des Parteikonvent Ende März 2019 zuzustimmen.

Begründung:

Die Haftungsverschärfung des Artikel 13 der EU-Urheberrechtsrichtlinie führt dazu, dass nahezu alle Plattformen Uploadfilter installieren müssen. Die Reform rechnet alle Urheberrechtsverletzungen, die durch Nutzer*innen der Plattformen begangen werden, den Unternehmen selbst zu. Aufgrund der schieren Masse an Daten, die tagtäglich auf Plattformen hochgeladen werden müssen, werden nahezu alle Plattformen gezwungen sein, Uploadfilter zu installieren. Aus guten Gründen haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag ausdrücklich gegen Uploadfilter ausgesprochen. Die Filter sind nicht in der Lage, zwischen Inhalten, die tatsächliche Urheberrechtsverletzungen darstellen und solchen, die von der Kunst- und Zitierfreiheit oder unter bestimmten Umständen sogar mit Einverständnis des*r Urhebers*in geschehen, zu unterscheiden. Damit ist eine Zensur von Inhalten durch die Betreiber*innen der Webseiten unausweichlich. Das im Kompromissentwurf enthaltene Bekenntnis zur Kunstfreiheit bleibt somit ein reines Lippenbekenntnis. In der tatsächlichen Umsetzung führt Artikel 13 der EU-Urheberrechtsrichtlinie unausweichlich zu einer enormen Beschneidung der Inhalte im Netz.

Allein die Notwendigkeit der Einführung kostspieliger Uploadfilter wird darüber hinaus vielen kleineren Plattformen die Existenz unmöglich machen. Die Kompromissfassung weist zwar in ihrem Absatz 5 einige Ausnahmeregelungen auf, diese gelten aber schon nicht für kleine Plattformen, die lediglich zur Deckung der eigenen Kosten Werbung schalten und länger als drei Jahre online sind. Die Ausnahmen sind viel zu eng, um zu verhindern, dass viele kleinere Plattformen aus dem Internet verdrängt werden.

Insbesondere leidet Artikel 13 der EU-Urheberrechtsrichtlinie darüber hinaus an der Verwendung etlicher vager und unbestimmter Formulierungen, die ein erhebliches Maß der Rechtsunsicherheit mit sich brächten und gegebenenfalls die Tür für eine weitere Beschneidung der Rechte im Internet öffnen könnten.

Der Einflussnahme der Kanzlerin ist es anzulasten, dass Deutschland diesem mangelhaften Kompromiss entgegen dem Koalitionsvertrag im Europäischen Rat zugestimmt hat. Die Aufgabe der Parlamentarier*innen muss es jetzt sein, im Europäischen Parlament die Notbremse in der finalen Abstimmung zu ziehen.

 

07.03.2019 in Kommunalpolitik

Schwarze Null ist ein Märchen

 

Oberbürgermeister trägt Verantwortung für Haushaltssperre

Wie heute bekannt wurde, hat die Stadt Halle eine restriktive Bewirtschaftung des Haushaltes 2019 erlassen. Damit stehen zahlreiche Projekte, gerade im freiwilligen Bereich, zur Disposition. Zur Haushaltssperre äußerten sich Dr. Andreas Schmidt, Vorsitzender der SPD Halle und Landtagsabgeordneter sowie finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Johannes Krause, Vorsitzender der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale), wie folgt.

Dr. Andreas Schmidt: „Der heutige Tag bringt die Gewissheit: Der Oberbürgermeister hat Halle in den letzten sechs Jahren finanzpolitisch sehenden Auges gegen die Wand gefahren. Jahr für Jahr hat der Oberbürgermeister suggeriert, die städtischen Haushalte seien ausgeglichen und damit die Öffentlichkeit belogen. Tatsächlich hat die Stadt immer mehr Kassenkredite gebraucht, um zahlungsfähig zu bleiben. Magdeburg und Dessau-Roßlau haben im Gegensatz dazu die Jahre guter Steuereinnahmen seit 2012 zum weitgehenden Abbau ihrer Kassenschulden genutzt. Halle erhält nun die Quittung für die Wiegandsche Schwarze Null.“

„Die Leidtragenden sind die Bürger von Halle. Aktuell werden die Gelder an Freie Träger und Vereine im Bereich der Jugendhilfe, des Sports oder der Kultur gar nicht oder nur in geringerer Höhe ausgezahlt. Das schafft Verunsicherung und die ist verständlich. Der Oberbürgermeister ist jetzt aufgefordert, sich zu erklären. Die SPD-Fraktion hat im Übrigen in der Vergangenheit schon mehrmals darauf hingewiesen, dass das Spiel mit den immer weiter steigenden Krediten so nicht weitergehen kann. Nun wird deutlich: Die aktuelle Haushaltssperre ist das Ergebnis der kontinuierlichen Steigerung der Kredite über die vergangenen Jahre unter der Regie von Herrn Wiegand. Mit dem Konzept zur Konsolidierung des Haushaltes, das vom Land bis 30. September 2019 abgefordert wird, haben die jetzigen Maßnahmen rein gar nichts zu tun“, erklärte Johannes Krause weiterführend.

Hintergrund

Die Anfrage der SPD-Fraktion Stadt Halle zur Entwicklung der Liquiditätskredite der Stadt Halle aus der Sitzung des Stadtrats vom 28.03.2018 ist hier einzusehen: http://buergerinfo.halle.de/vo0050.asp?__kvonr=14768&search=1

 

07.03.2019 in Familie und Jugend

Ratsfraktion: Gibt es in Halle bald zu wenig Kitaplätze?

 

SPD-Fraktion hält die mittelfristige Bedarfsplanung für unzureichend

In den kommenden Sitzungen des Jugendhilfeausschusses und des Stadtrates steht der „Bedarfs- und Entwicklungsplan Kindertagesbetreuung als Teilplanung der Jugendhilfeplanung gemäß § 80 SGB VIII für den Zeitraum vom 01.01.2019 bis 31.12.2019“ zur Abstimmung.

Hierzu erklärte Johannes Krause, Vorsitzender der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale): „Die gute Nachricht vorweg: Für 2019 kann die Verwaltung den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sicherstellen. Mit der geplanten Neueröffnung von vier Einrichtungen in diesem Jahr kann der Mehrbedarf von 347 Kitaplätzen im Jahr 2019 abgedeckt werden. Problematisch wird es aber nach aktuellem Stand bis Mitte der 2020er Jahre. Laut Verwaltung werden bis zum Jahr 2024 zusätzlich über 1.000 Plätze in Kitas benötigt. Bis 2026 brauchen wir zudem zusätzlich knapp 900 Hortplätze. Und diese Prognose wird vermutlich noch übertroffen: Denn die Berechnungen der Verwaltung basieren auf der 6. Regionalisierten Bevölkerungsprognose, deren Zahlen nicht zuletzt aufgrund der Zuwanderung als überholt gelten dürften.“

Detlef Wend, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses und Stadtrat der SPD-Fraktion, ergänzte: „Derzeit werden laut Verwaltung 360 zusätzliche Kitaplätze und 115 zusätzliche Hortplätze gebaut. Es müssen deshalb bis Mitte der 2020er Jahre also noch mindestens 640 weitere Kita- und 785 weitere Hortplätze geschaffen werden. Zum Vergleich: Wir sprechen hier von rechnerisch rund fünf bis sechs Kitas und rund drei bis vier Horten. Angesichts der derzeitigen Haushaltslage ist das eine Mammutaufgabe für die Stadt.“

 

27.02.2019 in Kommunalpolitik

Ratsfraktion: Oberbürgermeister verzögert Abstimmung

 

Antrag zum Verzicht auf Verkauf kommunaler Unternehmen vertagt

Der Stadtrat hat in seiner heutigen Sitzung den Antrag der SPD-Fraktion zum Verzicht auf Verkäufe von Anteilen kommunaler Unternehmen im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen beraten. Hintergrund des Antrages ist die Aufforderung des Landes, bis zum 30.09.2019 ein Konsolidierungskonzept für die Stadt Halle zu erstellen. Der Oberbürgermeister hat den Antrag im Stadtrat in den Hauptausschuss verwiesen und damit eine schnelle Positionierung des Stadtrates verhindert.

Hierzu erklärte Johannes Krause, Vorsitzender der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale): „Unser Antrag war heute abstimmungsreif. Durch den bürokratischen Kniff des Oberbürgermeisters, den Antrag in den Ausschuss zu verweisen, wurde dem Stadtrat die Chance genommen, frühzeitig klarzustellen: Konsolidierung ja, Verkauf kommunaler Unternehmen nein. Der Beschluss des Antrages hätte für die Unternehmen selbst und insbesondere für die Angestellten frühzeitig Klarheit geschaffen und ihnen Unsicherheiten genommen. Denn seit Eingang des Schreibens des Landesverwaltungsamtes vor einigen Wochen hat es die Verwaltungsspitze versäumt, den Verkauf von kommunalen Unternehmen klar auszuschließen. Auch heute hat der Oberbürgermeister nicht den Eindruck gemacht, als sei der Verkauf für ihn definitiv ausgeschlossen.“

Zur Thematik

Zum Antrag der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale) zum Verzicht auf Verkäufe von Anteilen kommunaler Unternehmen im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen: http://buergerinfo.halle.de/vo0050.asp?__kvonr=15746&voselect=16314

 

10.01.2019 in Schule und Bildung

Ratsfraktion: IT macht in Halle keine Schule

 

SPD-Fraktion sieht klaren Nachholbedarf bei der Digitalisierung an Schulen

Während Schüler zu Hause wie selbstverständlich zwischen Smartphone, Tablet und Laptop hin- und herwechseln, verschläft die Stadtverwaltung den digitalen Wandel an den halleschen Schulen.

„Mit dem öffentlichkeitswirksamen Ausreichen von Tablets an ausgewählten Schulen, wie im Sommer 2016, darf das Thema Digitalisierung an Schulen nicht erledigt sein. Das ist der dritte vor dem ersten Schritt. Erste Überlegungen, welche Maßnahmen ergriffen werden, gibt es bereits seit zwei Jahren. Nur: Seitdem bewegt sich in der Stadtverwaltung nicht mehr viel. Wenn mittelfristig alle Schulen eine einheitliche und standardisierte IT-Infrastruktur haben sollen, dann muss jetzt losgelegt werden. Der Oberbürgermeister ist also gefordert, nicht nur in seinen Beigeordnetenkonferenzen Ankündigungen zu machen, sondern sich endlich in die Mühen der Ebene zu begeben. Die Schüler leben bereits im 21. Jahrhundert, aber ihre Schulen sind bei den digitalen Möglichkeiten noch im 20. Jahrhundert“, so Katharina Hintz, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale).

Torsten Schiedung, Stadtrat der SPD-Fraktion und Mitglied im Bildungsausschuss ergänzte: „Ein IT-Konzept muss sich einerseits an den Realitäten in den Schulen orientieren und andererseits eine sinnvolle Strategie aufzeigen. Aktuell fehlt eine Ist-Analyse über die Breitband-Internetanbindung der halleschen Schulen, eine belastbare Übersicht über den Stand der gebäudeinternen Verkabelung und die WLAN-Versorgung. Mancher Lehrer erledigt derzeit freiwillig Wartungsarbeiten oder säubert die Tastaturen. So haben es uns  unzählige Lehrer in den Schulen bei unseren Besuchen vor Ort erzählt. Lehrkräfte werden dringend für den Unterricht gebraucht, aber nicht als Administratoren der Schul-IT. Es braucht zudem standardisierte Technik mit einem zentralen Support.“

Katharina Hintz abschließend: „Mit den aktuell laufenden Schulsanierungen in Halle sind wir auf dem richtigen Weg. Die Stadtverwaltung ist jetzt aber gefordert, auch das Innenleben der Schulen an das digitale Zeitalter heranzuführen – das fängt damit an, dass Sekretariate überhaupt erstmal mit Computern ausgestattet werden und hört bei flächendeckendem WLAN noch immer nicht auf. Darüber hinaus sollten bereits existierende Dienste des Landes in die Überlegungen einbezogen werden. Für all diese Aspekte und für das dringend notwendige Konzept einer zentralen Unterstützung wäre auch ein belastbares Szenario, welche langfristige Agenda umgesetzt werden soll, an der Tagesordnung.“

 

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