Von der Montagsdemo zur Demokratie - ein Buch

Veröffentlicht am 21.06.2010 in Vermischtes

An die Wendejahre 1989/90 hat jeder DDR-Bürger seine eigenen, von seinen individuellen Erfahrungen geprägten Erinnerungen. Die Tagebuchaufzeichnungen von Petra Hoffmann aus Halle (Saale) geben einen sehr persönlichen Eindruck dieser Jahre wider. Sie zeigen an einem konkreten Beispiel wie die Friedliche Revolution die Menschen verändert und beeinflusst hat. Wie viele DDR-Bürger war auch Petra Hoffmann im Grunde unpolitisch, bewältigte ihren Alltag voller kleiner und großer Widrigkeiten ohne grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem System. Zwar stammte sie aus einer Familie mit langer sozialdemokratischer Tradition, der sozialdemokratische Gedanke spielte jedoch im alltäglichen Leben der Autorin keine Rolle. Erst durch die Friedliche Revolution entdeckte sie das politische Erbe ihrer Eltern neu, wurde zu einem politischen Menschen, der bereit ist, konkrete Verantwortung zu übernehmen.

Petra Hoffmanns Tagebuch vermittelt aus einer ganz persönlichen Perspektive einen Eindruck über die Anfänge der Demokratie im Osten Deutschlands. Es zeigt, wie Menschen, die vorher keinen Ort für sich fanden, plötzlich zu wachen und engagierten Demokraten wurden, die sich mit aller Kraft für die Entwicklung ihres Landes einsetzten und darin auch Erfüllung finden. Zugleich berichtet es aber auch über Rückschläge und Niederlagen, von der Enttäuschung, nicht gewählt zu werden und keine Anerkennung zu finden. So mündet das Tagebuch in den Alltag der Demokratie, der oft schwer und mühsam ist, keineswegs glorreich und heldenhaft – und über den wir doch so froh sein können, wenn wir auf die zuvor erlebte Realität in der DDR zurückblicken.

Petra Hoffmann Von der Montagsdemo zur Demokratie Tagebuchnotizen 1989 / 1990 Format: 15,0 x 24,0 cm, 216 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-86602-380-2 vorwärts buch € 17,90

Petra Hoffmann wurde am 13. Dezember 1946 in Leipzig geboren. Ihre Eltern waren beide Mitglieder der SED, sie selbst als Kind zunächst aktiv in der Pionier- als auch anfangs in der FDJ-Organisation, bis sie als Jugendliche begann, die Partei kritisch zu sehen und ihr schließlich abschwor. Studium der Chemie, Promotion in den Biowissenschaften und Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in unterschiedlichen Institutionen. Seit November 1989 ist sie Mitglied der SPD. Nach der Wende arbeitete sie unter anderem für die Europäische Kommission in Brüssel, als Referentin für europäische Öffentlichkeitsarbeit im Europareferat der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Leitung der Arbeitsgruppe Europapolitische Öffentlichkeitsarbeit der Europaministerkonferenz und Länderbeamtin im Grundsatzreferat der Europaabteilung des Auswärtigen Amts. Heute ist sie Redakteurin in der Pressestelle der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

 
 

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